Wenn ich die Mutter wär´

Gedanken nach einem Bericht im Radio über den Fund einer Frauenleiche in Berlin-Adlershof: eine 19-jährige, hochschwangere Frau. Getötet mit Messerstichen in den Bauch, anschließend mit Benzin übergossen und angezündet.

GRAUSAM ist das.

Nicht anders als ….ISIS.

Wenn ich die Mutter wär´ – Zwiegspräch

(ich habe mir vorgestellt, ich säße bei der Verhandlung und ginge anschließend zum Täter)

Du hast mich in die tiefste Trauer gestürzt,

in die ein Mensch stürzen kann.

Ich wünsche dir, dass du an dem, was du getan hast, entweder zugrunde gehst

oder

wie Phönix aus der Asche geläutert aufstehst.

Dann wirst du zu mir kommen

und mich

gesenkten Hauptes und Blickes um Vergebung bitten.

Ich werde meine Hand auf deinen Kopf legen.

Ich warte auf dich.

Null tolle Tipps für keine Zeit zum Schreiben

weihnachtsbaumGerade bin ich blockiert.

Seit Donnerstagabend war ich bei P.

Habe nichts geschrieben.

Viel aufgenommen.

Viele Kontakte auch letzte Woche: M., Y., K., Freunde von P.

Am Wochenende zweimal Galerienrundgang in F.

Viel Inspiration und Input.

Zwischendurch Smartphone, hier und da.

Heute Päckchen von J. So kreativ!

Lauter Butterbrottüten mit Stempel drauf, wo sie die darin befindlichen Walnüsse aufgelesen hat.

Dazu ein „Beipackzettel“ – geschrieben auf einem alten Buchdeckel. „Das neue Wunderhorn“.

Wunderbar!

Dann heute erst mal „Consume“: Antje Schrupp – neueste Kommentare. Georg Seeslen – zwei Artikel über Freiheit und Fehlerkultur und Gekränktsein als neueste Marotte. Dann von anmutunddemut ein Rezeptbild. Rezepte auch von Y. Ach ja: E-mails gecheckt. Und Anruf von M. Und kurzes Telefonat mit H. Und kurzes Telefonat mit 1&1, weil die Rechnung so hoch ist! Beschäftigung mit der Rechnung. Jetzt ist es halb zwölf. Ich bin müde. Hilft Kaffee?

Was noch an „Consume“: Walter Epp – übers Schreiben. Bloggen für schlaue Frauen über Linkedin. Pixelpastor über Dinge, die man unverdient bekommt, die einem anvertraut werden von Gott. Zum Beispiel die eigenen Gaben, sprich Talente.

Tja. …Gerade ist die Waschmaschine fertig geworden…Wäsche waschen also auch noch zwischendurch. Und ein Brot schmieren. Und essen.

Gerade ein Gedanke:

Nehme ich Geld um zu konsumieren – und mich dadurch abzuhalten von dem, was ich eigentlich tun will? Geld macht mich also bequem? Allerdings nur für kurze Zeit.

Ich dachte immer, ich konsumiere als Ersatzbefriedigung. Weil ich nicht wirklich mache, was mich glücklich macht.

Ich bin so müde, dass ich mein eigenes Geschriebenes nicht verstehe.

Meine Gedanken schweifen zum neuen Job. Wie wird das werden? Werde ich Anfragen beantworten können? Wird es mir Freude machen? Immer nur Anfragen beantworten? Immer nur die Probleme anderer Leute lösen?

Soll ich mir einen Kaffee machen oder soll ich mich kurz hinlegen?

Ich bin unentschlossen.

Ich weiß auch nicht, worüber ich als Nächstes schreibe.

Bin wohl auch ein wenig eingeschüchtert vom Consume.

Der Consume hindert mich gerade am Create.

Möglicherweise ist das jedoch nicht wirklich wahr.

Ich denke: ich bin tatsächlich ganz einfach: müde:

Quellen: Consume Create Connect

anmutunddemut

Antje Schrupp

Georg Seeslen

Pixelpastor

Schreibsuchti und Bloggen für schlaue Frauen – siehe Blogroll

PS: Dieser Artikel ist als Entwurf schon etwas älter.

Inzwischen arbeite ich in einem 40-Stunden-Job.

Ich bin jeden Tag müde.

Die eigenen Gedanken sind das letzte

waldwegDie eigenen Gedanken sind das letzte, worauf man sich verlassen kann.
Und doch gibt es etwas anderes, worauf man sich verlassen kann. Hinter den Gedanken.

Dieses Zitat von Doris Lessing habe ich auf dem Blog anmut und demut gefunden.

Wir haben Gedanken, auf die wir uns nicht verlassen können?

Ja!

Die Gedanken, auf die wir uns nicht verlassen können, das sind die, die nicht unsere ureigensten sind.

Die nicht eigenen Gedanken sind solche, die wir uns angenommen haben und annehmen.

Wir legen diese Gedanken auf unsere ureigensten, ursprünglichen rauf. Auf die Gedanken, die uns tatsächlich ausmachen.

Warum tun wir das?

Weiß ich nicht. Wir machen das eben so.

Aber irgendwann merken wir, dass etwas nicht stimmt.

Dann sind wir häufig verwirrt, verärgert, wütend, enttäuscht.

Dann denken wir in der Regel, das liegt am anderen Menschen. Der oder die irgendwas macht, was dazu führt, dass wir verwirrt, verärgert, wütend oder enttäuscht sind.

Oder wir denken, es läge an den äußeren Umständen.

Aber das stimmt nicht!

Wir sind verwirrt, verärgert, wütend oder enttäuscht, weil wir die angenommenen Gedanken für unsere eigenen halten und weil wir glauben, dass deshalb auch die dadurch ausgelösten Gefühle berechtigt und echt sind, wenn wir mit bestimmten Situationen konfrontiert werden.

Wenn wir jedoch hinter diese Gedanken schauen, die uns verwirren, verärgern, enttäuschen,

dann sehen wir dort  das, was uns wirklich ausmacht.

Wir sehen dort uns selbst – ohne unser „Drama“, ohne unsere Geschichte.

Wir entdecken dort unsere ureigenen, ursprünglichen Gedanken. Und dann können wir auch unsere ureigenen, ursprünglichen Gefühle fühlen.

Statt im Stress sind wir dann im Frieden.

Wie kommen wir an die Gedanken hinter den Gedanken?

Mir gelingt das mit the work.

The work hilft mir, meine ureigenen, ursprünglichen Gedanken zu entdecken.

The work ist Arbeit.

Für mich ist the work, als wäre ich eine Archäologin: ich identifiziere die Gefühle, die ich habe, weil ich denke, was ich denke.

Ich lege sie behutsam frei, halte sie in meinen Händen, betrachte sie noch einmal von allen Seiten und

lege an die Stelle, von der ich sie genommen habe, meine eigenen Gefühle: das, was ich fühle, wenn ich ohne die Gedanken bin, die mich stressen.

So wird aus Enttäuschung bspw. Nachsicht.

Aus Resignation wird Zuversicht.

Welche Gedanken hast du, auf die du dich besser nicht verlassen solltest?

….

Bist du bereit, sie zu identifizieren und sie gehen zu lassen?

Dann fange an: Hier findest du die Arbeitsblätter zu the work: Urteile über deinen Nächsten und Untersuche eine Überzeugung.

Ich selbst habe anfangs erst mal einige Videos geschaut, bevor ich mit den Arbeitsblättern angefangen habe, zu arbeiten.

Und hier findest du ein paar Beispiele, wo ich the work angewendet habe:

Politisches the work – ein Versuch

Die Frau, die ihre Überzeugungen überprüfte und aufhörte zu leiden.

Und hier, wie es mir geholfen hat, meine eigenen Gedanken zu finden:

Aufrüstunge im Marketing. Oder wie Kriegssprache sich in unsere Lebensbereiche einnistet.

Es ist alles besonders. Besonders das Leben!

Halleluja.

Aufrüstung im Marketing. Oder wie Kriegssprache sich in unsere Lebensbereiche einnistet

illustration tanzgesteEine Bloggerin schreibt einen Artikel.

Der Artikel beschäftigt sich mit dem Thema Gastartikel und wie toll sie für den eigenen Blog oder den eigenen Rankingfaktor sind.

Als Überschrift wählt sie „Gastartikel schreiben und veröffentlichen. Wunderwaffe  Gastartikel“.

Wunderwaffe? denke ich.

Das ist Kriegssprache.

Wunderwaffe steht für: Waffen. Kriegsgerät. Propaganda.

Ich finde diesen Begriff nicht gut gewählt. Das schreibe ich auch auf Google+.

Die Autorin antwortet mir, sie hätte Twitter gefragt wegen des Wortes. Sie hätte es eigentlich nicht nehmen wollen. Aber es hätte sich kein anderes gefunden.

Was ich denke:

Sie hat das aus SEO-Gründen gemacht: zweimal das Keyword Gastartikel in der Überschrift, einmal am Anfang, einmal am Ende. Das gibt Punkte.*

Um das Wort zweimal unterzubringen, brauchte sie für das zweite einen sprachlichen Zusatz, der den Nutzen von Gastartikeln darstellt, ihn noch besser auf ein Niveau hebt, das Leser/innen suggeriert, das Gastartikel das Nonplusultra sind. Dieses Wort musste, passend zum Satz, ein Subjekt sein. Sie entschied sich für ein Wort aus der Kriegspropaganda.

Mein Problem ist: muss mich das ärgern?

Nein, das muss es nicht.

Aber das tut es.

Was mache ich?

Ich recherchiere ein wenig.

Versuche, mich dem Thema zu nähern.

Was ist denn überhaupt ein Wunder?

Wunder sind punktuell konzentrierte, verändernde Macht.“ (Klaus Berger)

Und worum geht es bei einem Gastartikel?

Ein Gastartikel ist ein

  • Aufmerksamkeits-Boost (Antrieb)
  • Rankingfaktorerhöher (bei Google auf der ersten Seite landen)
  • Traffic-Zuwachs-Motor (Besucherzahlen erhöhen)

Motor!

Das ist ein gutes Wort. Besser als Waffe auf jeden Fall!

Ich assoziiere ein wenig:

Wunder motor
Wunder ding
Wunder werk

Trafficwunder
Trafficmaschine

the work von Byron KatieZwischendurch mache ich the work.

Weil ich mich ärgere. Weil ich enttäuscht bin.
Weil es der Zweck dieser Überschrift ist, SEO-Pluspunkte zu sammeln. Und das Wort „Wunderwaffe“ als Ausdrucksmittel  den Zweck heiligt.

Das ist, was ich darüber denke. Was ich darüber denke, ist der Grund, weshalb ich mich ärgere.

Ich arbeite mit dem Arbeitsblatt „Urteile über deinen Nächsten“ (the work)

Was kommt dabei für mich raus?

Bei der Frage im Arbeitsblatt „Was denkst du über sie. Erstelle eine Liste“ erschreibe ich mir, wie die Frage es vorgibt, was ich über sie denke.

Dabei ergibt sich für mich ein wertvoller Hinweis, den ich mir als Zielvorgabe markiere:

Wenn ich acht Artikel über the work geschrieben habe, dann nehme ich Kontakt zu der deutschen the work-Seite auf und biete denen einen Gastartikel an!

Vielleicht komme ich dann in den Genuss eines Trafficwunders! (ganz viele Besucher)

Halleluja.

🙂

Deshalb:

Danke an Katharina Lewald von Bloggen für schlaue Frauen für die Inspiration!

Ich habe zwar einen Umweg gemacht, aber dieser Umweg hat mir eine für mich passende Erkenntnis gebracht und beim – erneuten – Suchen im Netz habe ich sogar einen weiteren Artikel gefunden, der mir sehr gefällt. Er handelt von Inspiration durch Umwege.

* Update: Wie sich herausgestellt hat, war das gar keine Absicht, das Keyword in der Überschrift zweimal zu erwähnen. Soll vorkommen.🙂

Relevanz und Reichweite. Mission oder Internet-Business?

grüner pfeil aus rasen auf treppe

Foto: interiorsandsources

Wo stehe ich in Bezug auf meinen Blog. In Bezug auf meine Relevanz. Auf meine Reichweite?

Was kann ich tun, um relevant zu sein, um Reichweite zu haben?

Das habe ich mich gefragt.

Technische Hinweise dafür gibt es en gros. Mach dies, mach jenes, schreibe so, schreibe das.

Diejenigen sind aus dem Schneider, die ihr (gängiges) Thema gefunden haben. Die brauchen dann „nur“ noch die technischen Hürden zu meistern und: Geduld zu haben.

Denn selbst, wenn eine ihr Thema hat und technisch alles richtig macht, ernährt sich das Eichhörnchen zunächst mühsam. Und auch wenn es eines Tages genug zu essen hat, gibt es keine Garantien. Es muss schon am Ball bleiben, wenn der Nachschub nicht ausgehen soll.

Allerdings kann man auch einfach auf Gott vertrauen. Die für den nächsten Tag sorgt.

Blickrichtung

Um meinen eigenen Standpunkt zu finden, habe ich mich mit verschiedenen Blogger/innen beschäftigt, die ich seit längerem oder erst seit kurzem lese.

Da ist zum Beispiel Dr. Antje Schrupp: Journalistin und Politikwissenschaftlerin, Philosophin und Theologin, Redakteurin, Bloggerin und (Co-)Autorin von u.a. „Das ABC des guten Lebens“, Christel Göttert Verlag, Rüsselsheim. Sie bloggt hauptsächlich über Feminismus, Geschlechterdifferenz, Politik, Internet. Sie selbst bezeichnet sich als Differenzfeministin.

Und zum anderen:

Katharina Lewald von „Bloggen für schlaue Frauen“, die sich an Frauen richtet, die aus ihrem (Hobby-)Blog ein erfolgreiches Internet Business machen wollen.“ Katharina Lewald  „ist als Internetunternehmerin unterwegs seit sie 14 war und beschäftigt sich seit Jahren mit Internet Marketing.“ Ihr „Elevator Pitch“ lautet: „Ich zeige dir, wie du aus deiner Leidenschaft ein erfolgreiches Internet Business machst.“

Dann ist da noch Walter Epp von „Schreibsuchti“, der sich an schreibende Menschen wendet, die es satt haben, dass keiner sie liest. Sein Business besteht darin, einem dabei zu helfen, “leidenschaftlich zu schreiben, ein Publikum aufzubauen und mit dem Schreiben echtes Geld zu verdienen.“ Er ist Freelance-Blogger und Texter.

Warum Antje Schrupp schreibt:

Ich schreibe meinen Blog deshalb nicht für euch. Aber auch nicht nur für mich. Sondern ich schreibe meinen Blog, weil ich der Meinung bin, dass das, was ich hier schreibe, geschrieben werden muss, weil ich glaube, dass die Welt das braucht. Ob das auch noch andere so sehen, ist für mich kein Kriterium. Natürlich freue ich mich, wenn das so ist. Aber ich habe es halt nun mal nicht in der Hand. That’s life.

Das Wichtige am Bloggen ist nicht die quantitative Verbreitung, sondern diese Qualität: Ich muss meine Ideen und Gedanken bloggen, denn nur so können diejenigen, für die das eventuell relevant ist, sie auch finden (das geht nämlich nicht, wenn ich es in meinem Kopf oder auf meiner Festplatte lasse). Deshalb bemühe ich mich auch, diesen Prozess des „Scharnierfindens“[1] zu befördern: Ich verlinke, ich vernetze, ich mische mich in Debatten ein, ich formuliere (hoffentlich) halbwegs verständlich etcetera. Aber erhöhen will ich damit  nicht die Klickzahlen, sondern die „Scharnierfindungswahrscheinlichkeit“.

[1] Mit Scharnier meint sie die Wechselbeziehung zwischen einer Information und den Interessen und Wünschen anderer“- aus der Relevanz entsteht. Relevanz ist aus ihrer Sicht etwas Relatives, nichts Objektives.

http://antjeschrupp.com/2012/05/05/dekoration-und-reichweite-oder-auch-was-ist-relevanz/

Warum Internet-Businesspeople schreiben

Internet-Businesspeople sprechen bspw. von dem Geheimnis, wie man ernst zu nehmenden, sprich relevanten Traffic – also Besucherverkehr – erzeugt:

  • Widme dich über einen Zeitraum von vier bis sechs Jahren ungefähr 20 bis 40 Stunden per Woche dem Lernen, wie man Besucherverkehr erzeugt und praktiziere es.
  • Wenn du das machst, bekommst du den Besucherverkehr, den du willst. Ist ganz leicht.
  • Weil du dann nämlich ein Besucherverkehrerzeuger-Freak bist.
  • Aber wenn du glaubst, es würde reichen,  ab und zu ein paar Tipps zu lesen, am Wochenende für eine halbe Stunde an deinem Internetauftritt herumzubasteln und dann plötzlich eine populäre Seite zu haben:
  • Das. Funktioniert. Nicht.
  • Das klingt vielleicht gemein. Aber das ist, wie es ist.
  • Wenn du Größe erreichen willst, verpflichte dich selbst zur Meisterschaft.
  • Und dann ernte die Belohnung für den Rest deines Lebens.

http://boostblogtraffic.com/website-traffic/#more-2313

Dazu schreibt Antje Schrupp wiederum:

„… Reichweite an Zahlen zu bemessen, das ist irgendwie 20. Jahrhundert. Wenn man sich bei dem, was man tut, an der Quantität orientiert, also an den Zahlen, hat man unweigerlich für das, was man tut, einen gefährlichen Maßstab eingeführt: den der messbaren Resonanz von anderen.

Ich bezweifle stark, dass jemand, der die Relevanz des eigenen Handelns daran misst, wie viele Leute „draufklicken“, sich der Versuchung erwehren kann, das eigene Tun entsprechend zu modellieren. Das traurige Extrem sind dann diese aus Keywords zusammengerotzten Texte, die für Werbekram Klickzahlen generieren sollen. Sie haben ganz offensichtlich überhaupt keine Relevanz, sie sind nämlich komplett sinnfrei. Aber sie haben Reichweite. Reichweite zu haben, ist ihr einziger Zweck.“

Männliches und weibliches Denken?

An dieser Stelle habe ich mich gefragt, ob sich hier ein Unterschied auftut zwischen männlichem und weiblichem Denken – in Bezug auf das Bloggen und in Bezug auf Relevanz und Reichweite.

Nein, kein Unterschied zwischen männlich und weiblich, wie dieser Artikel von anmutunddemut – Benjamin Birkenhake –zeigt:

Der Druck, der über die benötigten Reichweitengewinne ausgeübt wird ist enorm. Und der sich daraus ergebende Zwang, die Inhalte nicht nach eigenem Maßstäben, sondern für Google und Facebook zu gestalten ist tatsächlich brutal. Und ich meine hier ausschließlich Google und Facebook. Alles andere ist praktisch irrelevant. Am drastischten trifft das die Redaktionen, die einen Printhintergrund haben, die „eigentlich“ vielleicht sogar Magazinmacherinnen sind, eigentlich auf textlich und gestalterisch auf hohem Niveau arbeiten. Der Unterschied zwischen einem guten Print-Magazin-Titel und einem google- und facebook-optimierten Stück ist wie Tag und Nacht. Es ist ein vollkommen anderes Schreiben und ich hätte vor 8 Jahren nicht gedacht, das mal zu sagen, aber, es ist fast immer ein schlechteres Schreiben. Online-Reichweite aufzubauen bedeutet fast zwangsläufig, sich der Bild-Zeitung und Heftig.co anzunähern.

SEO-Texte ohne Sinn?

Antje Schrupp unterscheidet in Relevanz und Reichweite. Ich würde diesen Unterschied nicht machen. Auch die Reichweite kann Relevanz haben. Reichweite ist dann relevant, wenn sie als Ziel definiert ist. Wenn die Zielformulierung eben genau das vorgibt: schreibe einen Text über xy und generiere damit xy Reichweite. Soll heißen: generiere xy Klicks, generiere xy Leads . Ein solches Beispiel ist dieser Text über Subway Cookies. Inhaltlich komplett sinnfrei, aber SEO-technisch sicherlich relevant. Kann jede/r für sich entscheiden, ob sie damit etwas anfangen kann und wenn ja, was.

Ich behaupte mal, im Internet-Business es gibt keine Kennziffer, die da heißt: generiere so und so viele Kommentare ! Ich behaupte mal, Kommentare sind eher ein Nebenprodukt. Nice to have, but not the target.

Während Kommentare bei Blogs, bei denen es eher um eine Mission geht (Rezepte vorstellen kann auch eine Mission sein – während sich das jedoch auch wieder zu einem Business ausweiten kann), manchmal die Würze ausmachen. Aber nicht immer. Die Sache ist ja: hat eine/r viele Kommentare/Klicks/Besucher wird man interessant für Leute, die Werbung betreiben wollen. Und dann ist die Frage, ob man aus seiner Mission ein Internet-Business machen will…

Kommentare

Was Kommentare angeht, so würde ich Kommentierende in zwei Kategorien unterteilen: die einen behandeln das Geschriebene wie einen Haufen Scheiße oder Gärobst. Sie kommen deshalb als Scheißhaus- oder Obstfliegen daher und besiedeln das Objekt ihrer Begierde. Dies häufiger in sozialen Medien wie FB, Google+, Twitter und bei Onlineausgaben von Printmedien.

Die andere Kategorie behandelt das Geschriebene wie eine duftende Blume oder eine ganze Sommerwiese. Sie kommen deshalb als Schmetterlinge, Bienen, Hummeln. Sie befruchten das Geschriebene und tragen es weiter. Oder sie betrachten das Geschriebene als Denksportaufgabe und machen eben das: Denksport.

Aber halt! Es gibt auch noch eine dritte Kategorie: das sind die mit der angeblichen Wirkung. Das sind die, die Wirkungskommunikation machen (das ist wohl ein Begriff von Sascha Lobo, Blogger, Buchautor, Journalist und Werbetexter und wird in dem verlinkten Text vom Kommentator Benni Bärmann verwendet und erläutert). Da unterscheide ich in diejenigen, die lediglich von sich selbst glauben, dass sie wirken und diejenigen, die tatsächlich – irgendwie – wirken. Aber das ist ein Thema für sich.

wenn ich weiß was ich will ist das ein grund für jubel und lobpreisWas will ich

Zum einen will ich inhaltlich relevante Texte schreiben, zum anderen will ich auch klickzahlenmäßig relevant sein, denn ich will ja gelesen werden. Und dafür muss man wohl doch – inzwischen – ein paar Sachen machen, die Antje Schrupp evtl. nicht machen musste, als sie anfing zu bloggen. Eben weil es jetzt so viele Inhalte gibt von Blogger/innen zu allen möglichen Themen. Zum Beispiel zum Thema Feminismus. So viele Inhalte wie jetzt,  gab es noch nicht, als Antje Schrupp anfing, darüber zu bloggen. Das hat sich jedoch radikal verändert. Wenn man also inhaltlich relevant schreibt und auch glaubt, dass das, was man schreibt, geschrieben werden muss, weil die Welt es braucht, dann muss man sich heutzutage ziemlich anstrengen, um von der Welt gefunden zu werden.

Wer sich heute auf Facebook anmeldet – und eingeschränkt stimmt das, glaube ich, auch für Twitter und andere Plattformen – trifft da hingegen gleich einen ganzen Haufen von Leuten aus dem eigenen Leben, aus der eigenen politischen Szene, aus dem eigenen Arbeitsumfeld. Die Notwendigkeit, sich auf die Suche nach „anderen“ zu machen, ist nicht mehr gegeben. Und entsprechend geringer ist auch die Bereitschaft, Leuten, die nicht genau auf die eigene Linie passen, überhaupt großartig Aufmerksamkeit zu widmen oder gar Kompromisse zu machen.“

http://antjeschrupp.com/2014/08/04/was-verlorengeht-wenn-das-internet-normal-wird/

Was mich beruhigt

Um besseren Online-Journalismus zu machen, reicht ein Standard-Wordpress mit einem netten Theme voll und ganz aus. Meinetwegen auch ein Standard-Drupal oder nur ein Medium-Account, was immer der Redaktion da am besten gefällt. Dass progressiver Online-Journalismus sich irgendwas designen oder programmieren lassen muss, ist 2014 eine verheerende Illusion, ein kostspieliger Mythos, esoterische Selbstverwirklichung-durch-Laien-Typographie-und-Programmierung, ja schon fast eine kollektive Branchen-Zwangsstörung. Warum wollen Journlisten immer was programmieren lassen?

http://anmutunddemut.de/2014/06/17/krautreporter-am-start.html

Verkaufen versus Vernetzen?

Einen wesentlichen Unterschied sehe ich noch in dem Ziel – das sich aus der Art und Weise des Blogs ergibt: Mission und Vernetzung (zwecks Verbreitung der Mission) und

Business und Adressen (zwecks Verkauf einer Ware oder einer Dienstleistung).

Wobei sich auch bei der Mission so etwas wie ein Business ergeben kann: indem man zu Vorträgen und Seminaren gebucht wird.

An dieser Stelle frage ich mich immer: was war zuerst da bzw. wie funktioniert es am besten?

der Kontakt außerhalb des Internets und dadurch Zuspruch im Internet oder das Business im Internet und dadurch Kontakte nach „draußen“?

Mission/Leitbild versus Internet-Business versus Bloggen als Hobby

Die Herangehensweise von Menschen, die ein Internet-Business betreiben oder dabei sind, eines aufzuziehen, wie bspw. Bloggen für schlaue Frauen und Schreibsuchti ist also Folgende: Sie bloggen, um Reichweite zu erzielen mit Themen, die zu ihrem Business passen: Schreibsuchti will Leute im Bloggen coachen. Bloggen für schlaue Frauen will u.a. als Bloggerin für Unternehmen relevant sein und sie will Adressen sammeln für ihre Internetdienstleistungen.

Das ist ein kompletter Unterschied zu Antje Schrupp. Sie geht das Ganze von einer Seite her an, die eher einer Mission gleicht. Ihre Mission ist das „Gute für Leben für alle“, „Das ABC des guten Lebens“ zu verbreiten.

Allerdings tut sie das nicht wie eine Verkäuferin, sondern es ist eher ihre Prämisse, die durch alles hindurchwirkt. Ihre Basis, von der aus sie alles tut. Sie ist von ihrem Ziel dermaßen durchdrungen, dass sie es nicht ständig anpreisen muss. Sondern sie vermittelt es durch sie selbst hindurch, bei allem, worüber sie schreibt. Indem sie so ist, wie sie ist. Authentisch.

Es gibt dann wohl noch eine dritte Gruppe von Blogger/innen: die ein Blog als Hobby betreiben. Natürlich geht es ihnen- wie allen anderen auch –  um Aufmerksamkeit. Nur kann das auf Dauer anstrengend werden – und auch langweilig (mir zumindest), wenn jemand „nur“ schreibt, weil er oder sie Aufmerksamkeit braucht. Streicheleinheiten, Lob, Smilies. Kurz #Flausch.

Wenn ich mich nun einsortieren müsste, würde ich mich in die Kategorie Mission einreihen. Ich bin der Meinung, dass die Welt meine Sicht auf die Dinge braucht.

Mir gefällt dieser Spruch:

Wer will findet Wege, wer nicht will, findet Gründe.

Wer nicht will, redet bspw. so (eine Führungskraft):

„Das ist schwierig.“

„Das geht nicht.“

„Dafür haben wir keine Zeit.“

„Das schaffen wir nicht.“

„Das ist alternativlos.“

Diese Gedanken finde ich dann problematisch, wenn sie etwas ver- oder andere behindern.

Meine Sicht auf die Welt ist die, dass alles, wirklich  a l l e s , auf das Menschliche runtergebrochen werden kann.

Es gibt keinen Markt, der uns regiert oder den „man nicht verunsichern darf“ – es gibt Menschen, die bestimmen, wie der Markt funktionieren soll. Sie denken und fühlen in einer bestimmten Art und Weise. Sie haben Macht und können ihr Denken und Fühlen auf Millionen andere Menschen übertragen. Die dann das Denken übernehmen und es nicht überprüfen. Oder die dann, aus taktischen Gründen, Wasser predigen aber Wein trinken.

Im Prinzip macht das jede/r so! Jede/r hat Macht mit dem eigenen Denken und überträgt das mehr oder weniger auf andere: als Lehrer/in, als Unternehmer/in, als Vorgesetze/r, als Verantwortliche/r für Praktikant/innen, als Jobcenterangestellte, als Eltern etc. pp.

Es gibt auch kein Gesellschaftssystem, das mit uns etwas macht. Es gibt nur Menschen in den Systemen, die bestimmte Interessen haben. Die auch Macht haben, die sich mit anderen verbünden, um ihre Macht auszubauen und zu verfestigen. Auch diese Menschen denken und fühlen in einer bestimmten Art und Weise. Sie haben Macht und können ihr Denken und Fühlen auf Millionen andere Menschen übertragen. Die dann das Denken übernehmen und es nicht überprüfen. Oder die dann, aus taktischen Gründen, Wasser predigen aber Wein trinken.

Im Prinzip macht das auch jede/r so! Jede/r hat Macht mit dem eigenen Denken und überträgt das mehr oder weniger auf andere: als Initiator/in einer Bürgerinitiative, als ehrenamtliche/r Vositzende/r eines Vereins, als Mitglied in einer Partei etc. pp.

Das es auch komplett anders geht, zeigt dieser wunderbare Artikel von Dorothee Markert über eine Bewegung in Spanien: La Festa e qui – „Das Fest ist hier. Gemma del Olmo Campillo und Tania Rodríguez Manglano, zwei Frauen aus der Bewegung junger Menschen, die am 15. Mai 2011 mit der Belagerung der Puerta del Sol in Madrid begann, erzählen von ihren Erfahrungen bei diesem ‚Fest‘.“

Mein Leitbild:

Überprüfe dein Denken, bevor du anderen damit das Leben schwer machst. Und dadurch dir selbst.

Do the work to make it simpel.
Do the work to have peace.

The work ist für mich Hilfe zur Selbsthilfe, wenn stressige Gedanken dir und dadurch anderen das Leben schwer machen.

Man kann the work auch mit Hilfe anderer machen.

Wenn du Frieden willst, sorge für Frieden in dir.

Frieden ist ein Menschenrecht.

Es beginnt in uns selbst.

Halleluja.

 

PS: Wie ich meine Blogartikel gliedere, habe ich mir bei einem Artikel von Pfarrer Matthias Jung abgeschaut:

Standpunkt

Blickwinkel

Bezugspunkt

 

Quellen:

http://blogmatthiasjung.wordpress.com/2014/02/15/verlust-krise-aufbruch-welches-leitbild-ist-fur-kirchliches-handeln-angemessen/

http://blogmatthiasjung.wordpress.com/2014/03/27/leben-als-fragment-zwischen-wollen-und-konnen/

http://www.bzw-weiterdenken.de/2014/09/jenseits-der-empoerung/

http://kreativegesundheitsbildung.wordpress.com/2014/09/10/sinnspruch-86/

http://anmutunddemut.de/2014/06/17/krautreporter-am-start.html

http://antjeschrupp.com/2012/05/05/dekoration-und-reichweite-oder-auch-was-ist-relevanz/

http://antjeschrupp.com/2014/08/04/was-verlorengeht-wenn-das-internet-normal-wird/

http://blogger-antworten.com/skurrile-blogs/interview-mit-httpantjeschrupp-com/

http://www.schreibsuchti.de/ueber/

http://bloggenfuerschlauefrauen.de/ueber/

http://www.affenblog.de/blogartikel-wie-subway-cookies/

http://boostblogtraffic.com/website-traffic/#more-2313

 

 

 

 

Politisches the work – Ein Versuch

Dies ist mein persönliches the work zu dem Thema Flüchtlinge in Berlin.

Vorbemerkung zu diesem Blogartikel:

Im August 2014 war ich das erste Mal in meinem Leben persönlich mit der Flüchtlingsproblematik konfrontiert: in einer Parallelstraße wurde das Dach eines Hostels von Flüchtlingen besetzt. Damit protestierten sie gegen die Aufforderung, die Unterkunft zu verlassen, weil Berlin nicht zuständig war für die Prüfung ihrer Asylanträge.

Ich merkte, dass ich keine Sympathien für die Flüchtlinge und die Unterstützer hatte. Ich merkte, dass ich nicht einverstanden war mit der Art und Weise des Protestes. Ich merkte, dass ich genervt war von dem Lärm, den sie veranstalteten. Ich merkte, dass ich Gedanken und Einstellungen hatte, die mich überraschten. Ich merkte, dass ich keine Haltung hatte.

Ich begann, mich mehr und mehr mit dem Thema auseinanderzusetzen.

Schließlich schrieb ich einen Blogartikel, auch inspiriert durch einen Artikel von Georg Seeßlen:

„Das Wort „Sachverhalt“ kann man einfach oder kompliziert beschreiben, versuchen Sie es einmal!“

Den kompletten Artikel Das Einfache  und das Komplizierte – Protokoll einer Wandlung findest du auf meinem anderen Blog.

Nachdem ich in dem Artikel eine Chronik der Ereignisse geschrieben, mich mit dem so genannten Einigungspapier Oranienplatz, einem rechtlichen Gutachten sowie unzähligen Zeitungsartikeln und anderen Quellen beschäftigt hatte, stellte ich mir eine Kardinalfrage:

Welche Standpunkte gibt es?

Ich wertete dazu u.a. Kommentare unter den Online-Artikeln von Zeitungen aus und verglich die Bundestagswahlprogramme 2013 der hier in meinem Bezirk und in Berlin verantwortlichen Parteien bezüglich der Themen Asyl und Flüchtlinge.

Ich stellte mir die Frage, wozu es führt, wenn Flüchtlinge zwischen die Pole geraten und versuchte, Realitäten zu benennen.

Dann stand ich da und war so schlau als wie zuvor, jedenfalls, was meine Gefühle betraf. Also entschloss ich mich, mir mal ein paar Aussagen herauszusuchen, und sie unter dem Aspekt stressige, innere Überzeugung anzusehen.

Dieser Artikel ist für alle diejenigen, die ähnliches denken und sich, wie ich, nicht damit zufrieden geben.

Ich habe mir den Glaubenssatz „Die Flüchtlinge erpressen uns“ herausgesucht, weil es das ist, was auch ich dachte.

Unter einem Glaubenssatz  verstehe ich einen Gedanken, der einem vorkommt, wie die absolute Realität. Und dann das Handeln bestimmt.

Mit einem solchen Glaubenssatz sind eigene Ängste oder Erfahrungen verbunden. Wenn man solche Glaubenssätze überprüft (ich mache das mit the work von Byron Katie), dann stellt man fest, dass die Gedanken nicht der Realität entsprechen  und man findet dafür sogar Begründungen, die auch wahr sind.

Jetzt geht es los

Glaubenssatz: Die Flüchtlinge erpressen uns.

Ist das wahr?

Ja. Sie besetzen einfach eine Einrichtung nach der nächsten. Sie machen was sie wollen. Sie sind laut. Sie machen Dinge kaputt. Sie nehmen den öffentlichen Raum in Beschlag. Sie fordern und fordern.  Sie stellen Bedingungen wie Geiselnehmer.

Kannst du mit absoluter Sicherheit wissen, dass das wahr ist: Die Flüchtlinge erpressen uns.

Nein, mit absoluter Sicherheit kann ich das nicht wissen.

Wie reagierst du, was passiert, wenn du diesen Gedanken glaubst: Die Flüchtlinge erpressen uns.

Ich bin mehr oder weniger empört. Ich fühle Ungerechtigkeit, weil sich ja nicht jede/r so verhalten kann – und dann auch noch ungestraft davonkommt. Ich habe wenig bis keine Sympathien, weil ich ja bspw. selbst einen Job suche – und keinen finde – weil sich Arbeitgeber für Menschen 45+ nicht zu interessieren scheinen. Weil es in Berlin schwer ist, einen Job zu finden in bestimmten Branchen.

Ich habe kein Verständnis dafür, dass diese Leute ständig Forderungen stellen und bspw. ein öffentliches Gebäude erst verlassen, wenn man ihnen dafür etwas anderes gibt. Wenn ich an Leute denke, die einen erpressen, dann stelle ich mir Geiselnehmer vor, die Geiseln nehmen, um z.B. ein Fluchtauto zu erpressen oder Geld oder politische Forderungen.

Wenn ich das so schreibe, wird mir klar: Erpresser sind eigentlich in der Regel Leute, die andere damit erpressen, dass sie etwas wissen. Sie wollen dann in der Regel Geld erpressen. Oder sie nehmen Menschen als Geiseln, um Forderungen zu stellen, bspw. Geld zu erpressen.

Dass machen die Flüchtlinge ja gar nicht. Sie weigern sich, Gebäude zu verlassen – in dem Moment, wo man sie auffordert, dies zu tun. Obwohl sie doch gekommen sind, um zu bleiben. Sie wollen bleiben –und man fordert sie auf, zu gehen. …

Doch wenn ich mir das so vorstelle, kommt wieder etwas Wut hoch: denn wenn das Mietshaus, in dem ich wohne, verkauft werden würde und der neue Eigentümer würde mich auffordern, zu gehen – ich jedoch würde bleiben wollen, dann würde der Eigentümer zum einen mich schikanieren, indem er bspw. im Winter die Heizung abdreht und das Wasser abstellt. Er würde den Hauseingang evtl. verbarrikadieren oder das Schloss auswechseln. Er würde mir seine Anwälte auf den Hals hetzen. Er würde ein Gerüst an der Fassade aufbauen und es jahrelang stehen lassen. Er würde mir eine saftige Mieterhöhung schicken. Er würde mir eine Räumungsklage schicken. Und wenn ich sein Haus besetzen würde, würde er die Polizei rufen und es räumen lassen. Und die Polizei würde räumen, denn das Eigentumsrecht würde geschützt werden. D.h. also: wenn ich in meiner Wohnung würde bleiben wollen, jedoch gezwungen werde, auszuziehen, hätte ich keine Chance. Ich könnte mich auf einen (Nerven-)krieg einlassen. Aber davon in Mitleidenschaft gezogen werden würde nur ich. Wenn ich daran denke, schwindet wieder das Fünkchen Sympathie, weil ich dann denke: die Dinge sind, wie sie sind.

Welche Gefühle tauchen auf, wenn du den Gedanken glaubst: Die Flüchtlinge erpressen uns.

Wut, Unverständnis, Ungerechtigkeit, Ärger, Enttäuschung.

Bringt dieser Gedanke Frieden oder Stress in dein Leben: Die Flüchtlinge erpressen uns.

Stress.

Welche Bilder siehst du (Vergangenheit und Zukunft), wenn du den Gedanken glaubst: Die Flüchtlinge erpressen uns.

Ich kann es nicht nachvollziehen, dass die verantwortlichen Stellen nicht handeln. Ich bin enttäuscht, dass ich als Anwohnerin nicht vom Bezirksamt informiert worden bin über die Situation während des besetzten Hostels. Ich bin verwundert darüber, dass bestimmte Leute, wie bspw. die Bezirksbürgermeisterin Herrmann und der noch amtierende Bürgermeister Wowereit keinen Mux von sich geben. Ich fühle mich als Bürgerin verarscht, weil man nicht weiß, welche Linie verfolgt wird. Das, was ich sehe, kann ich nicht als Linie erkennen.

Ich sehe, dass das zukünftig immer so gemacht wird: Flüchtlinge kommen nach Berlin, besetzen jahrelang einen öffentlichen Platz, ziehen in Schulen oder andere Unterkünfte ein. Dort gibt es dann Mord und Totschlag. Das kostet viel Geld. Wenn ihre Anträge dann negativ beschieden werden, besetzen sie öffentliche Einrichtungen und man wird sie nicht wieder los.

Ich sehe, dass die Sozialleistungen evtl. weiter zurückgefahren werden, weil die Verantwortlichen die Flüchtlingsströme als Begründung für weitere Kürzungen hernehmen. Ich sehe eine Verschärfung der sozialen Konflikte. Ich sehe Unruhen, Brandstiftungen, Kriminalität. Ich sehe Bezirke, die damit überfordert sind, weil in ihnen sowieso schon Menschen leben, die arbeitslos etc. sind und ich sehe Bezirke, die sich mehr und mehr abschirmen (Innenstadt). Ich sehe neue soziale Konflikte heraufziehen, die die Stimmung in Richtung Radikalität (links und rechts sowie religiös) anheizen.

Was für Süchte/Zwänge beginnen sich zu manifestieren, wenn du diesen Gedanken glaubst: Die Flüchtlinge erpressen uns.

Informieren, lesen, Verstehen wollen, Drang nach Aufklärung. Es fällt mir schwer, es zu verdrängen. Ich will es lieber verstehen. Und erklären können.

Beschreibe die körperlichen Empfindungen, die auftauchen, wenn du diesen Gedanken glaubst:

Die Flüchtlinge erpressen uns.

Wut und Abwehr. Ärger und getrieben sein: Fakten, Fakten, Fakten.

Wie behandelst du diese und andere Personen, wenn du diesen Gedanken glaubst: Die Flüchtlinge erpressen uns.

Ich habe keine Sympathien für sie. Sie sind mir fremd. Ich lehne sie ab. Ich bin skeptisch und zweifelnd. Es könnten ja auch Leute sein, die religiös fanatisch sind oder in ihren Heimatländern Söldner o.ä. waren, die Menschen getötet, Frauen vergewaltigt oder sonst was haben.

Wie behandelst du dich selbst, wenn du diesen Gedanken glaubst: Die Flüchtlinge erpressen uns.

Ich ärgere mich. Ich rege mich auf. Ich will Gerechtigkeit. Ich will, dass jemand für Gerechtigkeit sorgt.

Zu überprüfender Gedanke:

Die Flüchtlinge erpressen uns.

Wer wärst du ohne den Gedanken?

Ohne den Gedanken würde ich das mehr oder weniger verfolgen, was da so passiert und es würde mich dann mehr oder weniger interessieren. Ohne den Gedanken wäre mir das Schicksal, wären mir die Geschichten dieser Leute egal. Ohne den Gedanken würde ich weiter mich mit den Dingen beschäftigen, mit denen ich mich beschäftige, z.B. mal wieder eine Bewerbung schreiben. Ohne den Gedanken würde ich mich mit meinen eigenen Problemen beschäftigen. Ohne den Gedanken würde ich vielleicht nur interessiert verfolgen, wie die verantwortlichen Politiker/innen mit der Situation umgehen, wie sie das Problem letzten Endes lösen werden. Ohne den Gedanken würde ich darauf vertrauen, dass sich alles so auflösen wird, wie es sein soll. So wie es dann ist, so wird es gut sein. Ohne den Gedanken würde ich darauf vertrauen, dass diejenigen, die verantwortlich sind, die richtigen Entscheidungen treffen.

Kehre den Gedanken um.

Die Flüchtlinge erpressen uns.

Wir erpressen die Flüchtlinge, indem wir ihnen sagen: friss oder stirb. Nimm das, oder geh zurück, von wo du gekommen bist.  Wir erpressen die Flüchtlinge, indem wir ihnen sagen: wenn es dir nicht gefällt in unseren Unterkünften, dann geh doch zurück in deine Heimat. Wir erpressen sie, indem wir ihnen sagen: wenn dir unsere Leistungen nicht genügen, dann geh doch zurück. Wir erpressen sie, indem wir ihnen sagen: du kannst hier nicht bleiben. Das ist bei uns so und so üblich. Wenn du dort gemeldet bist, dann must du auch dort bleiben. Wenn es dir nicht gefällt, hast du Pech gehabt. Wir erpressen sie, indem wir ihnen Minimales geben aber maximale Dankbarkeit und Fügsamkeit und Duldung erwarten. Wir erpressen sie, indem wir unsere Leistungen an ein bestimmtes Verhalten knüpfen. Ein konformes Verhalten. Wir erpressen sie, indem wir ihnen zu verstehen geben, dass wir hier die Herren und Bestimmer sind und dass sie zu machen haben, was wir ihnen sagen. Wir erpressen sie, indem wir sie schlecht behandeln,  so dass sie von sich aus denken sollen, „hier kann ich nicht bleiben“. Wir erpressen sie, indem wir uns von unserer schlechtesten Seite zeigen.

Umkehrung zu uns selbst

Wir erpressen uns, indem wir glauben, wir müssten helfen – weil wir als Nation verantwortlich waren für Weltkriege und den Holocaust.

Wir erpressen uns, indem wir glauben, wir müssten helfen, weil wir als Nation Kolonialherren waren.

Wir erpressen uns, indem wir uns jeglichen Zweifel verbieten, weil wir uns ja die Bodenschätze genommen haben und nehmen.

Wir erpressen uns, weil wir bestimmte Sachen nicht äußern dürfen/sollen, weil wir sonst Rassisten sind.

Wir erpressen uns, indem wir unsere Ängste unterdrücken vor dem Fremden, vor der „Invasion“, vor dem Elend, in das wir selbst stürzen könnten oder in das wir noch tiefer hinabsinken könnten. Wir unterdrücken es, weil die anderen eine andere Hautfarbe haben. Weil sie Fremde sind. Weil wir das nicht sagen dürfen.

Wir erpressen uns, indem wir dulden, indem wir ausharren, indem wir zulassen, aus Angst vor ausländerfeindlicher Kritik und diesbezügliche Reaktionen und Konsequenzen.

Gegenteil:

Die Flüchtlinge erpressen uns nicht. Weil sie etwas einfordern, dass laut Menschenrecht allen Menschen zusteht.

Man kann nichts erpressen, was allen zusteht.

Sie erpressen uns nicht, weil sie lediglich etwas Elementares fordern.

Sie erpressen uns nicht, weil lediglich eine Bezeichnung sie von uns unterscheidet: wir sind das Volk, sie sind Flüchtlinge.

Jedoch: wir sind alle Menschen.

Vor Gott sind alle Menschen gleich.

Sie erpressen uns nicht, weil wir als Menschen fehlbar sind. Weil wir manchmal bzw. oft vergessen, dass wir vor Gott alle gleich sind.

Weil wir manchmal vergessen, von wem wir wirklich beherrscht werden.

Weil wir manchmal vergessen, dass Leute über unsere Geschicke bestimmen, denen wir es eigentlich am liebsten untersagen würden, über unsere Geschicke zu bestimmen:

Oligarchen, Patriarchen, Machtgierige, Fanatiker, Kriegslüsterne, Waffenkonzernlenker und Waffenverkäufer, Landeinnehmer und Landverwerter. Spekulanten, Mafia, Böswillige.

Sie erpressen uns nicht. Das denken wir lediglich von ihnen. Weil wir an die anderen, diejenigen mit dem Geld und der Macht nicht herankommen. An die Flüchtlinge aber schon, an die Schwachen, die nichts haben.

Untern Strich fühlen wir uns eigentlich ohnmächtig.
Die Flüchtlinge fühlen sich ebenso ohnmächtig. Aber sie versuchen mit allen Mitteln, sich aus dieser Ohnmacht zu befreien.

Fazit

Ich bin nun nicht von heute auf morgen ein anderer Mensch. Ich spüre jedoch: ich habe durch die intensive Beschäftigung mit dem Thema und der Überprüfung meiner Gedanken einen Samen ausgesät. Den lasse ich wachsen.

Mal sehen, was daraus wird.

Hier geht es zu meinem umfangreichen Artikel Das Einfache und das Komplizierte – Protokoll einer Wandlung.